Archive und Einrichtungen in der Region -   Das Bistumsarchiv Trier

Bistumsarchiv Trier    Kirchenbuchamt
Jesuitenstrasse 13c
54290 Trier

Telefon 96627-0 (Zentrale BA Trier)

Die Öffnungszeiten entnehmen Sie bitte der Homepage des Archivs:
http://www.bistum-trier.de/bistumsarchiv/

Rund 6.000 Kirchenbücher und 1200 Familienbücher aus dem Bereich des heutigen Bistums Trier

Keine Kopiermöglichkeit (aus konservatorischen/urheberrechtlichen Gründen)


Zuständigkeit des Bistumsarchivs Trier

Neben der Verwahrung und Betreuung seiner historischen Bestände übernimmt das Bistumsarchiv Trier die Unterlagen aus den Registraturen des Bischöflichen Generalvikariats und der Hohen Domkirche zu Trier und macht diese für die Benutzung zugänglich. Zur Ergänzung dieses rein amtlichen Schriftgutes sammelt das Bistumsarchiv darüber hinaus Nachlässe insbesondere der Bischöfe, Weihbischöfe und Generalvikare sowie anderer Privatpersonen, die kirchenpolitisch oder in der Kirchengeschichtsforschung tätig waren. Weiterhin übt das Bistumsarchiv die Fachaufsicht über die Archive der Pfarreien des Bistums Trier aus und berät die Pfarrer und Pfarrverwaltungsräte in allen Fragen bezüglich der Lagerung, Sicherung und Benutzung ihrer Archive. Wo eine sachgerechte Aufbewahrung vor Ort nicht möglich ist, bietet es die Übernahme der Archivalien in Form eines Depositums an, d. h. das Archivgut der betreffenden Pfarrei wird unter Wahrung der Eigentumsrechte ins Bistumsarchiv verbracht, dort geordnet und verzeichnet, fachgerecht gelagert und der Öffentlichkeit zur Benutzung zur Verfügung gestellt, falls nicht datenschutzrechtliche Bestimmungen oder konservatorische Gründe, wie z. B. massive Substanzschädigungen, dem entgegenstehen. Das Bistumsarchiv Trier versucht damit, die relevanten Quellen zur Trierer Bistumsgeschichte zu sichern und zugänglich zu machen und kann sowohl dem an der Bistumsgeschichte Interessierten als auch dem im Bereich der Orts- und Pfarrgeschichte Forschenden sowie den an der privaten Familiengeschichte interessierten Genealogen Materalien anbieten.

Geschichte des Bistumsarchivs Trier

Auf Vorschlag des Trierer Generalvikars Prof. Dr. Heinrich v. Meurers (1935-1951) faßte das Trierer Domkapitel am 1. Februar 1936 den Beschluß, das Domarchiv mit dem Archiv des Generalvikariates zu vereinigen und so ein eigenständiges Bistumsarchiv zu gründen.

Welche Archivalien wurden 1936 im Bistumsarchiv zusammengeführt? Neben dem Archiv des Domkapitels waren es vor allem die Akten des Bischöflichen Generalvikariates seit der Neuumschreibung der Diözese Trier im Jahre 1821. Das Archiv des Domkapitels beinhaltete auch die sogenannte Dombibliothek als wohl kostbarsten Bestand: 480 Codices vom 8. bis zum 20. Jahrhundert, 444 Bände historischer Buchwerke, davon 171 Inkunabeln (vgl. Die Inkunabeln der Trierer Dombibliothek. Ein beschreibendes Verzeichnis mit einer Bestandsgeschichte der Dombibliotheken. Im Auftrag des Trierer Domkapitels bearbeitet von Michael Embach. Provenzienz zuweisungen von Reiner Nolden, Trier 1995 = Veröffentlichungen des Bistumsarchivs Trier Bd. 29) und 283 historisch wertvolle Bücher des 16. bis 18. Jahrhunderts (vgl. Handbuch der Historischen Buchbestände in Deutschland Bd. 6, Hildesheim u. a. 1993, 253-254) werden zur Stunde gezählt. Der Grundstock dieser Sammlungen bestand aus Schenkungen des in Trier geborenen Domdechanten Christoph von Kesselstatt (1757-1814) und einer Reihe Trierer Domgeistlicher.

Nach 1936 erfuhren diese Sammlungen durch die Deponierung verschiedener Pfarrarchive und des Archivs des Bischöflichen Konvikts eine geringfügige Aufstockung.

Das Archiv des Generalvikariates umfaßte Bestände unterschiedlicher Provenienz. Der weitaus größte Teil der Archivalien aus kurfürstlicher Zeit gelangte nach der Säkularisation in staatliche Hände, wo er auch verblieb (vornehmlich Koblenz). Unter den Bischöfen Charles Mannay (1802-1816) und Josef v. Hommer (1824-1836) gelangten kirchliche Archivalien aus dem Besitz der Nassauischen Regierung und des Trierer Regierungsarchivs an das Trierer Generalvikariat zurück; 1865 folgten größere Aktenbestände der Kurfürstlichen Verwaltung von Schloß Pförten (Niederlausitz), 1875 erhielt man vom Generalvikariatsarchiv in Limburg die 1794 nach dorthin geflüchteten Archivalien. Das Archiv der Weihbischöfe mit seinen fast ausschließlich geistlichen Betreffen wie Ordinationen und Konsekrationen war immer in Trier geblieben und bildete einen wesentlichen weiteren Teil des Generalvikariatsarchivs, das im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts vereinzelt noch ab und an historisches Schriftgut der geistlichen Verwaltung zurückerhielt (etwa mehrere Vikariatsprotokollbücher durch das Koblenzer Staatsarchiv und das Trierer Stadtarchiv), sich aber - was den quantitativen Rahmen anbetrifft - praktisch neu bildete.

Im Jahre 1932 wurde das Archiv des Apostolischen Vikars (1817-1824) und des Bischöflichen Delegaten (1824-1878) vom rechtsrheinischen Ehrenbreitstein nach Trier verbracht und dem Archiv des Generalvikariates beigegeben. Als wichtige Bestandteile dieses Archivs sind noch zu nennen: die Generalia der Suffraganbistümer Metz, Toul und Verdun (1500-1793/1800); das Archiv des Archidiakonates Longuyon mit Generalia und Specialia von 282 Pfarreien; die Archive der alten Landkapitel (Dekanate) mit Generalia und Specialia von 473 Pfarreien mit 774 Filialen; das Schriftgut der Klöster und Stiftsarchive: (Kollegiats-) Stifte 1240-1808, Eremiten des Obererzstiftes 1703-1786 sowie Hospitäler und Armenstiftungen 1458 bis zum 19. Jahrhundert. Aus der Zeit des "preußischen" Bistums Trier hatten sich seit 1821 angesammelt: das Schriftgut des Bischöflichen Generalvikariates Trier (Akten aller Gebiete der Bistumsverwaltung; Personalia; Schriftverkehr mit 978 Seelsorgebezirken, zum Teil mit Vorakten; es sind dies die sogenannten Pfarrakten); das amtliche Schriftgut von Bischof Michael Felix Korum (1881-1921); vereinzelte Nachlässe, darunter als wichtigster der des Generalvikars und Kirchenpolitikers Alexander Reuß (1844-1912). An Sammlungen waren im Generalvikariatsarchiv vorhanden: 410 Bände Visitationsprotokolle (1569-1936); 100 Bände Generalvikariatsprotokolle Trier und Koblenz (1673-1824); 94 Journale (Posteingangsbücher) des Bischöflichen Generalvikariates (1826-1936); 24 Bände Konsistorialprotokolle des Offizialates Trier (1719-1788); 111 Bände der Generalkapitel und Pfarrkonferenzen.

Den im Jahre 1936 sofort einsetzenden Ordnungs- und Verzeichnungsarbeiten folgten bald größere Bestandsanreicherungen. Übernommen wurden u.a. die Archive des Bischöflichen Priesterseminars, des Trierer Konvikts, der Trierer Stadtpfarreien und zahlreicher anderer Pfarreien und geistlicher Organisationen des Bistums Trier. So gelangten u.a. auch über 5000 Urkunden (1003-1800) ins Bistumsarchiv. Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges wurden die Kirchenbücher aus den Grenzgebieten nach Trier verbracht und dort gesichert. Es entstand so eine große Kirchenbuchabteilung (bis jetzt etwas irrig Kirchenbuchamt genannt, da heute Beurkundungen zu aktuellen Seelsorge- oder Personenstandszwecken nur in Ausnahmefällen geschehen, während bis kurz nach dem Kriegsende tatsächlich ein Kirchenbuchamt im engeren Wortsinn existierte), in der bis jetzt die älteren Kirchenbücher weiter aufbewahrt, gepflegt und ausgewertet werden. Ein Teil der Kirchenbücher war 1944 von der Geheimen Staatspolizei für das Landessippenamt Ehrenbreitstein beschlagnahmt worden; sie gelangten am 12. Februar 1947 aus dem Bergungsort Salzdetfurth wieder zurück. Eine erneute Vermehrung erfuhr dieser Bestand durch die zahlreichen, 1794 von der französischen Regierung beschlagnahmten Kirchenbücher, die 1953 vom Land Rheinland-Pfalz dem Bistumsarchiv als Dauerleihgabe übergeben wurden.

Heute zählt das Bistumsarchiv über 6000 Kirchen- und Familienbücher. Praktisch alle Kirchenbücher sind sicherungsverfilmt, ebenso alle Urkunden bis zum Jahre 1250 sowie die Handschriften vor 1600. Die verschiedenen Herkunftsorte der heute im Bistumsarchiv aufbewahrten Archivalien machen deutlich, daß dieses kein reines Verwaltungsarchiv war und ist.

Publikationen über das Bistumsarchiv Trier und dessen Bestände