Wir gedenken verstorbener Mitglieder unserer Bezirksgruppe

In Memoriam Armin Giebel

Armin Giebel (Mitte) † 3. Februar 2017
Armin Giebel (Mitte) † 3. Februar 2017

"Wer will das denn noch wissen?"

Diese leicht-resignative aber humorvoll gemeinte Beschreibung unseres Steckenpferdes stammt von unserem Freund Armin Giebel, der am Ende seines Berufslebens als Maschinenbautechniker den Weg zur Familienforschung fand. Sein irdisches Leben währte vom 24. Februar 1948 bis zum Abend des 3. Februar 2017, an dem er – für seine Familie ebenso wie für uns – überraschend verstarb. So sehr wir seinem kranken Herzen Frieden gönnen – er fehlt uns sehr!

Mitglied der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde wurde er zum 1. Januar 2004 und ist damit eines jener Mitglieder, die der Trierer Gruppe zu einem neuen Aufschwung verhalfen. Mit Karl Oehms und Heribert Scholer bildete er ein festes Trio, das die Gesellschaft auf auswärtigen Treffen in Saarlouis, Leudelingen oder "wo auch immer" präsentierte und so entstand auch im Oktober 2016 ein Foto, auf "dem der Vorstand was zu lachen hatte".

Gelacht wurde auch auf den vielen Fahrten nach Saarlouis wenn wir die Orte durchfuhren, die Armin in seiner Lehrzeit als Dreher kennengelernt hatte und er von den abenteuerlich langen Fahrten zur Berufsschule erzählte, die ihn morgens um 4 Uhr als Nestflüchtling sahen.

Seit 2004 zur Trierer Gruppe der WGfF zählend, legte er in rascher Folge eine Reihe von Bearbeitungen vor, wobei sich Interessen und Arbeitsgebiete aus der engen Zusammenarbeit mit Heribert Scholer ergaben:
  • 2005 Familienbuch Hentern – St. Georg (1700-1899),
  • 2005 Familienbuch Lampaden – St. Quintinus (1799 - 1945),
  • 2006 Familienbuch Merxheim – St. Karl Borromäus (1803-1899).
Danach stand die digitale Erfassung von Unterlagen verschiedener Standesämter an.
Aufgearbeitet hat er:
  • von Juni 2007 bis Januar 2010 das Standesamt Thalfang,
  • von November 2009 bis August 2012 das Standesamt Heidenburg,
  • von Juli 2013 bis Oktober 2016 das Standesamt Ruwer-Waldrach.
Die im Dezember 2016 begonnene Bearbeitung des Standesamtes Morbach ist ihm nun aus der Hand genommen. Wir danken diesem Freund und erinnern uns gerne an ihn, denn
"Wir wissen hoffentlich noch lange von Dir!"


In Memoriam Alois Schleder

Die Sterbeanzeige für Alois Schleder (* 29.08.1930, † 03.12.2016) ist mit dem Psalm 23 (Der Herr ist mein Hirte) überschrieben und ist trefflich geeignet diesen stillen Menschen zu beschreiben, der vor allem für seine Familie und seine Heimat lebte. Wie sehr er dieser Heimat verbunden war, weisen die Themen der Aufsätze nach, die er in den Heften des Geschichtlichen Arbeitskreises Bitburger Land veröffentlichte. Seit Gründung des Vereins im Jahre 1990 zählte er zu den ständigen Autoren und veröffentlichte hier seine Themen:

Beiträge zur Geschichte des Bitburger Landes Heft Seite
Das Corten-Haus in Dockendorf 1 50
Das Godsch-Haus in Ingendorf 2 48
Der Arbeitskreis zu Besuch in der Rohrbacher Mühle / Schankweiler 3 38
Ein Dokument zur Geschichte des Ortes Badem aus dem Jahre 1602 5 20
Der Westwall in Presse und Literatur des 3. Reiches 14 53
Bibliographie zum Thema Westwall 14 71
Pastor J. H. Trausch, ein Wohltäter in der Pfarrei Dudeldorf 15 93
Das Huhnenhaus in Dockendorf 25 35
Aktuelle archäologische Erkenntnisse aus dem Mittelalter bei Dockendorf 38 4
Versorgung der Kriegsinvaliden durch Franzosen und Preußen 16/17 202
Die Pfarrei Messerich im Jahre 1603 43/44 75
Das Testament des Gerhard Hoeffler 43/44 79
Letzter Wille von Pastor Peter-Ernst Debosse 43/44 81
Die weltgeschichtliche Beschreibung der Pfarrei Wolsfeld von Pastor Nikolaus Thielen 55/56 64
Testament eines Analphabeten! 60/61 59
Eisenbahnen im Kreise Bitburg 68/69 32

Die intensive Beschäftigung mit den Menschen seiner Heimat führte ihn 1993 zur Familienforschung und in die WGfF. Auch hier forschte er bevorzugt nach den Menschen seiner unmittelbaren Umgebung und damit entstanden auch einige Familienbücher. Ein bleibender Dienst für die Menschen seiner geliebten Heimat.

Von Alois Schloder veröffentlichte Familienbücher:
  • 1997 Wolsfeld – St. Hubertus 1798-1899
  • 1999 Oberweis – St. Remigius 1744-189
  • 2002 Irrel – St. Ambrosius 1639-1899
  • 2002 Weidingen – St. Marien mit Altscheid 1724-1899


In Memoriam Lika Hellwig

Ganz still und leise – fast unbemerkt – ist Lika Hellwig am 22. März 2015 in Trier verstorben. Geboren war sie am 7. Juni 1938 – zuletzt war sie sehr krank und hat sich einen Abschied ohne Aufsehen gewünscht. Viele von uns haben sie und ihre Arbeiten geschätzt. Ihre Familienbücher (im Bistumsarchiv Trier einzusehen) sind sorgfältig recherchiert und zusammengestellt und bieten damit hoffentlich noch lange gute Gründe, sich an diese stille, ernsthafte Forscherin zu erinnern.

  • 1992 Trier-Zewen – St. Martinus 1695-1900
  • 1995 Schleidweiler – St. Martin 1621-1899 mit Orenhofen und Zemmer
  • 1997 Beilingen – St. Johannes der Täufer 1732-1899
  • 1997 Herforst – St. Eligius 1732-1899
  • 1998 Speicher – St. Philippus und Jakobus 1732-1899
  • 1998 Trier – St. German ad undas 1676-1798
  • 1998/2001 Trier – St. Gervasius und Protasius 1632-1899 (gemeinsam mit Th. J. Schmitt)
  • 2000 Binsfeld – St. Georg 1586-1899 (gemeinsam mit Th. J. Schmitt, J. B. Mayer)
  • 2002 Biersdorf – St. Martin 1714-1899
  • 2003 Rittersdorf – St. Martin 1662-1899
  • 2007 Senheim – St. Katharina 1614-1899
  • 2015 Echternach – St. Willibrordus (Luxemburg) 1638-1800 (gemeinsam mit K. G. Oehms)
Ihre letzte Arbeit, das Familienbuch Echternach bis 1800, ist im Jahr 2016 auf der DVD WGfF-7 erschienen. Ihre Arbeit erfährt eine Fortsetzung (bis 1923) durch Herrn Thomas Webers auf Basis der Standesamtseinträge. Diese Arbeit soll als Familienbuch über die Stadt Echternach aufgelegt werden.


Nachruf für Rudolf Maximilian Gall

Am 12. Oktober 2010 verstarb im Alter von 83 Jahren Rudolf Maximilian Gall. 1927 in Bous im Saarland geboren, lebte er seit 1941 in Trier, der Stadt, der sein Interesse und seine besonderes Liebe galt. Zwischen 1950 und 1963 trug er als freischaffender Journalist mit Publikationen zu Heimat, Lokales, Historisches oder Kultur der Stadt bei. Von seinem Forscherdrang zeugen zahlreiche weitere Aufsätze in den verschiedenen Trierer Jahrbüchern oder in genealogischen Fachzeitschriften. Zwischen 1979 und 1987 trug er mit vier Veröffentlichungen zur Erforschung der Vororte, von Bürgern, Schiffer- und Fischerfamilien "im Krahnen, St. Barbara, Zurlauben und St. Matthias/St. Medard" bei.

Rudolf Gall
Sein berufliches Leben wurde bestimmt durch die höhere Beamtenlaufbahn bei der Stadt Trier; der Beseitigung von 3.500 Notquartieren oder dem Neubau von 12.000 Wohnungen. Zuletzt wirkte er seit 1984 als Verwaltungsdirektor des Stadttheaters. Eng verbunden damit sind verschiedene Ehrenämter, z. B. für das Studentenwohnheim e.V., als Richter am Verwaltungsgericht, als Schöffe oder in der Gewerkschaft des Beamtenbundes. Sein Schaffen erfuhr zahlreiche Ehrungen, wie z. B. die Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz, oder den Franz-Weissebach-Preis für beispielhafte Erhaltung und Förderung heimatlichen Brauchtums.

Seine kulturellen, historischen oder heimatkundlichen Arbeiten führten zielgerichtet zur Genealogie. Zwischen 1976 und 2002 war er der Leiter der Trierer Bezirksgruppe in der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde. Auch hier blieb die Stadt Trier in seinem Schaffen der zentrale Mittelpunkt. Die Erforschung von mehr als 500 Stammtafeln verschiedenster Familien des Altbistums Trier gibt ein beredtes Beispiel von dem breiten Spektrum seiner Arbeit. Als Ehrenmitglied der WGfF legte er die Aufgaben schließlich in jüngere Hände.

Beinahe 70 Jahre eines Lebens für Trier - die Stadt, in der Gall auch sein persönliches Glück fand.

Der genealogische Nachlass von R.M. Gall wurde der WGfF übergeben. Er ist zwischenzeitlich digitalisiert worden und steht den Mitglieder der WGfF im Rahmen der  Digitalen Bibiliothek der WGfF online zur Verfügung.

Wir verneigen uns in stiller Dankbarkeit.

Trier, im Oktober 2010

Karl Oehms


Nachruf für Heinrich Wagner

"Grüß mir alle Anderen", mit diesem Auftrag verabschiedete mich "Heiner" Wagner als ich ihn im Krankenhaus besuchte, das für ihn zum Sterbelager werden sollte. Am 6. August 2007 starb er in Trier, kaum 79 Jahre alt.
 
Heinrich Wagner
... ein stilles Vorbild für beständiges und ruhiges Arbeiten, sehr zurückhaltend, nicht angeberisch und prahlend, sondern auskunftsfreudig und motivierend ...
Familienforscher und Nutzer des Bistumsarchivs in Trier verlieren in ihm einen langen Wegbegleiter und Freund. Geboren wurde er am 27. Sept. 1928 in Trier, seiner Vaterstadt, mit der ihn zeitlebens eine besondere Liebe verband. In jungen Jahren wollte er Schuhmacher werden, aber im Alter von 15 Jahren rief ihn das Vaterland "zu den Fahnen". Danach ließ sich der Berufswunsch nicht mehr verwirklichen und so verdiente er sein Brot bei der französischen Besatzung oder beim Straßenbauamt der Stadt Trier. Viele Jahre wohnte er in Trier-West mit Ehefrau und drei Kindern. Ein Rückenleiden machte seinem Berufsleben, da war er kaum 50 Jahre alt, ein Ende. Nun wurde der Trierer Markusberg täglich mehrfach zu seinem Wanderziel.

Ein neues Ziel stellte er sich mit der Erforschung der Familie Gnad - der Familie seiner Ehefrau. Bald danach begann eine intensive und ständige Arbeit im Trierer Bistumsarchiv. Mit dem Familienbuch Trier-Filsch wurde im Jahr 1984 eine erste Kirchenbuchbearbeitung vorgelegt, der eine ganze Reihe von Familienbüchern folgte. 34 Pfarreien des Bistums Trier hatte er bearbeitet, als er im Oktober 1998 die Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz entgegen nehmen konnte. Eine Aufstellung (siehe Anlage) des Bistumsarchivs Trier nennt 41 Bearbeitungen bis zum Jahre 2006.

Schwerpunkte seiner Arbeiten sind Pfarreien der Stadt Trier und des Trierer Umlandes und daneben vorrangig die Deutsch-Luxemburgische Grenzregion, für die er zahlreiche Bearbeitungen vorgenommen hat. Seine Arbeit fand vielfache Anerkennung aus Luxemburg, als die Gebrüder Kayser zahlreiche Moselgemeinden Luxemburgs neu erstellten. Seine Bücher lassen Patenangaben und Trauzeugen vermissen und auch die Hinweise in den Kirchenbüchern, die Familienforschung so interessant gestalten können. Sein Verdienst liegt in der fleißigen und exakten Zusammenstellung von Geburts-, Heirats- und Sterbedaten zum Familienbuch und dem zuverlässigen Verweis auf die originale Quelle. Seine Auswertung von Standesamtsunterlagen für die Stadt Trier bleibt unvollständig - ein Auftrag für zukünftige Forscher?

Die Karteikarte war viele Jahrzehnte sein bevorzugtes Arbeitsmittel und die PC-Welt ließ sich nur schwer von ihm erobern, aber letztlich nutzte er die Möglichkeiten der modernen Technik um seine eigenen Bücher zu überarbeiten.

De mortuis nihil nisi bene - über diesen Toten nur Gutes zu sagen fällt leicht, weil wir dankbar und voller Hochachtung seine Arbeiten nutzen und verwenden dürfen.

Trier, im September 2007

Karl Oehms